Drei Jahre lang hat Plant Inside das PETA-Approved Vegan Zertifikat getragen. Dann kam eine EU-Richtlinie, die alles veränderte. Hier ist die ehrliche Geschichte – und ein praktischer Leitfaden für das, was jetzt zählt.

 

AUF EINEN BLICK

Seit März 2024 gilt in der EU die Richtlinie 2024/825 (EmpCo). Sie verbietet Nachhaltigkeitslabels, die nicht durch eine unabhängige, öffentlich anerkannte Zertifizierungsstelle geprüft werden. Das PETA-Approved Vegan Logo erfüllt diese Anforderung nicht – und darf damit in der EU nicht mehr verwendet werden. Plant Inside hat die Zertifizierung am 28. April 2026 offiziell beendet. Unsere Produkte sind und bleiben 100% vegan und cruelty-free. Was sich geändert hat, ist das Logo. Was gleich geblieben ist, sind unsere Werte, unsere Materialien und unsere Produktionsweise.

 

Ein Logo verschwindet – aber nicht, was dahinter steckt

Wer unsere Taschen, Cases oder Portemonnaies schon länger kennt, hat vielleicht das kleine Logo bemerkt: PETA-Approved Vegan. Seit April 2023 haben wir es getragen – und zweimal erneuert. Es war für uns mehr als ein Aufkleber. Es war eine jährliche Entscheidung, unsere Lieferketten zu prüfen, Fragebögen auszufüllen, Transparenz zu beweisen.

Jetzt ist es weg.

Nicht weil wir aufgehört hätten, vegan zu produzieren. Sondern weil die EU die Spielregeln für Nachhaltigkeitslabels grundlegend verändert hat – und das PETA-Logo in diesem neuen Rahmen nicht mehr legal in Europa verwendet werden darf.

Das klingt nach schlechten Nachrichten. Wir sehen es anders: als Gelegenheit, ehrlicher und konkreter zu kommunizieren, was unsere Materialien wirklich leisten.

 

Was hat sich in der EU verändert?

Am 28. Februar 2024 verabschiedete das Europäische Parlament die Richtlinie (EU) 2024/825 – auch bekannt als EmpCo-Richtlinie (Empowering Consumers for the Green Transition). Sie ist seit dem 26. März 2024 in Kraft und muss von allen EU-Mitgliedstaaten bis zum 27. September 2026 in nationales Recht umgesetzt und angewendet werden.

Das zentrale Ziel der Richtlinie: Greenwashing stoppen. Verbraucher sollen nicht länger durch vage oder nicht überprüfbare Umwelt- und Nachhaltigkeitsbehauptungen in die Irre geführt werden.

 

Was die Richtlinie konkret verbietet:

       Allgemeine Begriffe wie „öko“, „umweltfreundlich“ oder „nachhaltig“ ohne substanziellen Nachweis

       Nachhaltigkeitslabels, die nicht auf einem transparenten, öffentlich zugänglichen Zertifizierungssystem basieren

       Labels, die nicht durch eine unabhängige, akkreditierte Drittpartei geprüft werden

       Behauptungen, die sich nur auf einen Teil des Produkts beziehen, aber für das ganze Produkt suggeriert werden

 

Was das für PETA-Approved Vegan bedeutet:

Das PETA-Approved Vegan Programm ist ein privates Zertifizierungsprogramm von PETA. Die Prüfung erfolgt auf Basis von Selbstauskunft der Unternehmen – ohne unabhängige Drittpartei-Verifikation vor Ort. Damit erfüllt es die neuen EU-Anforderungen nicht. PETA selbst hat das offiziell kommuniziert und Unternehmen, die in der EU verkaufen, aufgefordert, das Logo zu entfernen.

Mehr darüber, wie du erkennst ob eine Marke wirklich nachhaltig handelt, erklären wir in unserem Leitfaden für bewusste Konsumentinnen und Konsumenten.

 

Unsere Geschichte mit PETA – ehrlich erzählt

Am 9. Januar 2023 haben wir den Zertifizierungsprozess bei PETA gestartet. Am 17. April 2023 wurden wir offiziell zertifiziert. Wir haben das Zertifikat zweimal erneuert – zuletzt im April 2025.

Der Prozess war aufwendig. Wir mussten detaillierte Fragebögen ausfüllen, unsere Lieferketten offenlegen und sicherstellen, dass auch unsere Lieferanten die Anforderungen erfüllen. Wojciech, Mitgründer von Plant Inside, beschreibt es so:

„Während der Zertifizierung musste ich mehrere Telefonate mit unseren Lieferanten führen. Es war eine wunderbare Gelegenheit, die Partner besser kennenzulernen – und ältere Kontakte wieder aufzufrischen.“

Am 28. April 2026 haben wir die Zertifizierung offiziell beendet – auf unsere eigene Initiative hin, nachdem PETA uns informiert hatte, dass das Logo in der EU nicht mehr verwendet werden darf.

Was bleibt: Die Werte, die uns damals zur Zertifizierung bewogen haben, sind dieselben wie heute. Cruelty-free ist für uns keine Marketingentscheidung. Es ist ein Prinzip.

 

Was sich für unsere Produkte nicht verändert hat

Unsere Taschen, Cases, Portemonnaies und Lunch Bags sind weiterhin 100% vegan. Alle unsere Materialien sind frei von tierischen Bestandteilen, PVC und Mikroplastik. Daran ändert kein Logo etwas.

Was sich ändert: Wir kommunizieren die Grundlage dieser Aussage jetzt konkreter. Denn hinter unseren Produkten stehen Materialien, deren Hersteller selbst eine starke Zertifizierungsbasis haben.

Wichtig dabei: Diese Zertifikate gehören unseren Materiallieferanten – nicht Plant Inside. Wir wählen diese Materialien bewusst aus, weil wir ihren Standards vertrauen. Das ist unsere Art der Verifikation: nicht durch ein eigenes Label, sondern durch die sorgfältige Auswahl zertifizierter Partner.

 

Unsere Materialien und ihre Zertifikate

Viridis® – Pflanzenleder aus europäischem Mais und Weizen

Viridis® ist ein innovatives Pflanzenleder, das bis zu 69% pflanzliche Rohstoffe enthält – gewonnen aus europäischem, nicht-gentechnisch verändertem Mais und Weizen. Es ist frei von tierischen Bestandteilen, PVC und Mikroplastik, hergestellt in Italien von Panama Trimmings.

Zertifikate des Herstellers:

       Animal Free VV – Zertifizierung durch LAV (Lega Anti Vivisezione, Italien): bestätigt, dass das Material vollständig tierfrei ist

       OEKO-TEX® Standard 100 Klasse 1 – getestet auf Schadstoffe, sicher auch für Säuglinge

       FSC® – die Viskose-Komponente stammt aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern

       USDA BioPreferred – bestätigt 69% biobasierte Inhaltsstoffe (Test ASTM D6866)

       LCA (Life Cycle Assessment) – zeigt geringere Umweltauswirkungen als herkömmliche Kunstleder in den Kategorien Gesundheit, Klima, Ressourcenverbrauch

Mehr über Viridis® – das Pflanzenleder hinter unseren Taschen.

 

Vegea® – Traubenleder aus Weinabfällen

Vegea® wird aus Rückständen der Weinproduktion hergestellt: Traubenschalen, -kernen und Tresterresten, kombiniert mit Pflanzenölen und Naturfasern. Produziert in Mailand, vollständig frei von tierischen Bestandteilen, PVC und Erdölderivaten.

Zertifikate des Herstellers:

       REACH Compliance – entspricht EU-Chemikalienvorschriften

       Vegan (geprüft)

       GOTS – Global Organic Textile Standard

       Global Recycled Standard

       Global Change Award der H&M Foundation – einer der renommiertesten Innovationspreise der Modeindustrie

 

Washpapa® – waschbares Papiertextil aus Deutschland

Washpapa ist ein waschbares Kraftpapier, das zu 60–91% aus Zellulosefasern besteht und synthetischen Latex enthält. Es sieht aus wie Leder, ist vollständig vegan und überraschend langlebig. Hergestellt in Deutschland.

Zertifikate des Herstellers:

       OEKO-TEX® Standard 100 – geprüft auf Schadstoffe

       FSC® (SCS) – zertifiziert für Holzforstprodukte

       Vollständig vegan – keine Bestandteile tierischen Ursprungs, synthetischer Latex

 

Wie erkennst du heute wirklich cruelty-free Marken in der EU?

Mit dem Verschwinden des PETA-Logos aus dem EU-Markt stellt sich vielen Konsumentinnen und Konsumenten eine berechtigte Frage: Woran erkenne ich jetzt, dass eine Marke wirklich cruelty-free produziert?

Hier ist ein praktischer Leitfaden:

 

1. Frag nach den Materialien – nicht nach dem Logo

Ein Logo sagt dir, dass jemand eine Gebühr bezahlt hat. Die Materialzusammensetzung sagt dir, was wirklich drin ist. Gute Marken benennen ihre Materialien konkret: Woher kommen sie? Wer stellt sie her? Welche Zertifikate haben die Hersteller?

 

2. Prüfe, ob Zertifikate unabhängig vergeben werden

Nach der EU-Richtlinie 2024/825 sind nur noch Labels zulässig, die durch unabhängige Dritte geprüft werden. Achte auf: OEKO-TEX®, FSC®, GOTS, REACH, USDA BioPreferred – diese werden durch akkreditierte Institute vergeben, nicht durch Selbstauskunft.

 

3. Schau auf die Lieferkette, nicht nur auf das Endprodukt

Cruelty-free bedeutet: keine tierischen Bestandteile und keine Tierversuche – nicht nur im fertigen Produkt, sondern in der gesamten Lieferkette. Frag: Wo werden die Materialien hergestellt? Wer näht die Produkte? Gibt es Informationen über die Produktionsbedingungen?

 

4. Misstraue allgemeinen Begriffen ohne Belege

Begriffe wie „öko“, „nachhaltig“, „cruelty-free“ oder „tierfreundlich“ sind in der EU ohne substanzielle Belege ab September 2026 verboten. Wenn eine Marke diese Begriffe verwendet, sollte sie konkret erklären können, was dahinter steckt.

 

5. Bewerte Transparenz als Signal

Marken, die offen über ihre Materialien, ihre Lieferanten und auch über ihre Einschränkungen sprechen, handeln in der Regel verantwortungsvoller als solche, die nur Versprechen machen. Dieser Artikel ist ein Beispiel dafür: Wir erklären, was sich geändert hat – und warum.

Was die Begriffe cruelty-free, vegan und animal-friendly wirklich bedeuten – und wie du sie auseinanderhältst, erklären wir in diesem Artikel.

 

🌱 Wusstest du?

Die EU-Kommission fand in einer Studie aus dem Jahr 2021, dass mehr als die Hälfte aller geprüften Umweltaussagen auf dem europäischen Markt vage, irreführend oder nicht belegt waren. 40% waren völlig unsubstantiiert. Die Richtlinie 2024/825 ist die direkte Antwort darauf. (Quelle: Europäische Kommission, 2021)

 

Was das für Plant Inside bedeutet

Wir produzieren weiterhin in kleinen Werkstätten in Polen – in Nowy Sącz, Elbląg und Malbork. Wir verwenden weiterhin ausschließlich pflanzliche Materialien ohne tierische Bestandteile. Wir zahlen weiterhin faire Löhne und halten unsere Lieferketten kurz.

Das PETA-Logo fehlt jetzt. Aber die Substanz dahinter ist dieselbe.

Was sich verbessert: Wir können jetzt konkreter und direkter über die Zertifikate unserer Materiallieferanten sprechen – und das ist letztlich aussagekräftiger als ein Logo.

Warum wir unsere Taschen noch immer in Europa produzieren – und was das für die Qualität und Verantwortung bedeutet.

Was vegane Materialien wirklich sind – ein Überblick über alle Materialtypen, die wir verwenden.

 

FAQ

Warum verwendet Plant Inside das PETA-Logo nicht mehr?

Die EU-Richtlinie 2024/825 (EmpCo) verbietet Nachhaltigkeitslabels, die nicht durch unabhängige Dritte geprüft werden. Das PETA-Approved Vegan Programm basiert auf Selbstauskunft ohne externe Verifikation und entspricht damit nicht den neuen EU-Anforderungen. PETA selbst hat Unternehmen in der EU aufgefordert, das Logo zu entfernen. Plant Inside hat die Zertifizierung am 28. April 2026 offiziell beendet.

 

Sind Plant Inside Produkte noch vegan und cruelty-free?

Ja, vollständig. Alle unsere Materialien – Viridis®, Vegea® und Washpapa® – sind frei von tierischen Bestandteilen, PVC und Mikroplastik. Das hat sich nicht geändert.

 

Was ist die EU-Richtlinie 2024/825 und wen betrifft sie?

Die Richtlinie (EU) 2024/825, bekannt als EmpCo-Richtlinie, ist seit März 2024 in Kraft und wird ab September 2026 von allen EU-Mitgliedstaaten angewendet. Sie betrifft alle Unternehmen, die Produkte an Verbraucher in der EU verkaufen – unabhängig von ihrer Größe. Sie verbietet irreführende Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen sowie Labels ohne unabhängige Drittpartei-Verifikation.

 

Welche Zertifikate haben eure Materialien?

Unsere Materiallieferanten – nicht Plant Inside selbst – halten folgende Zertifikate: Viridis®: Animal Free VV (LAV), OEKO-TEX® Standard 100 Klasse 1, FSC®, USDA BioPreferred. Vegea®: REACH, Vegan, GOTS, Global Recycled Standard. Washpapa®: OEKO-TEX® Standard 100, FSC®. Diese Zertifikate werden durch akkreditierte, unabhängige Institute vergeben.

 

Kann ich in der EU noch cruelty-free Marken finden?

Ja. Die Richtlinie schafft cruelty-free Produkte nicht ab – sie verändert, wie Marken darüber kommunizieren dürfen. Statt privater Labels zählen jetzt konkrete Materialangaben und von akkreditierten Instituten vergebene Zertifikate.

 

Woran erkenne ich jetzt, ob eine Marke wirklich vegan und cruelty-free ist?

Achte auf: konkrete Materialbezeichnungen, Zertifikate der Materiallieferanten (OEKO-TEX®, FSC®, GOTS, REACH), transparente Lieferketten und ehrliche Kommunikation auch über Einschränkungen. Marken, die offen erklären, was sie verwenden – und was nicht – sind glaubwürdiger als solche, die nur Logos zeigen.

 

Cruelty-free ist kein Logo. Es ist eine Entscheidung.

Wir haben das PETA-Logo drei Jahre lang getragen – mit Überzeugung. Jetzt tragen wir die Werte dahinter weiter – ohne das Logo, aber mit mehr Klarheit darüber, was unsere Produkte wirklich ausmacht.

Entdecke die vegane Kollektion von Plant Inside – alle Produkte, alle Materialien, alle Details.

 

Aktualisiert: April 2026

×